Boule Boccia Unterschiede Reisekompass (Foto Ambitious Studio Rick Bar via unsplash)

Boule & Co.: Überblick zu populären Kugelspielen in Europa – Regeln, Geschichte und kulturelle Bedeutung.

Boule, Boccia und Petanque sind drei Kugelspiele, die oft miteinander verwechselt werden, aber jeweils eigene Regeln, Ursprünge und kulturelle Bedeutungen haben. Reisekompass hat sich angesehen, was die Unterschiede sind und bietet einen Überblick über die beliebten Freizeitaktivitäten, die oft auch von Reisenden im Urlaub gespielt werden.

Was ist Boule?

Boule ist ein Oberbegriff für eine Vielzahl von Kugelspielen, die in Frankreich und anderen Teilen Europas gespielt werden. Das Wort „Boule“ bedeutet einfach „Kugel“ auf Französisch. Im weiteren Sinne umfasst Boule Spiele wie Petanque und Jeu Provençal. Ziel bei allen Boule-Spielen ist es, Metallkugeln (Boules) so nah wie möglich an eine kleine Holzkugel (Cochonnet oder Zielkugel) zu werfen. Boule-Spiele sind ein fester Bestandteil der französischen Kultur und werden oft in Parks und auf öffentlichen Plätzen gespielt.

Was ist Petanque?

Petanque ist wahrscheinlich die bekannteste Form des Boule-Spiels und hat seine Wurzeln in der Provence, Südfrankreich. Das Spiel entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und zeichnet sich durch seine einfachen Regeln und die Möglichkeit, auf nahezu jedem Untergrund gespielt zu werden, aus. Die Spielerinnen und Spieler stehen in einem Kreis und werfen ihre Kugeln aus dem Stand, ohne Anlauf. Das Ziel ist es, die eigenen Kugeln so nah wie möglich an die Zielkugel zu platzieren oder die Kugeln der Gegnerinnen und Gegner wegzustoßen. Petanque wird häufig auf Schotter- oder Sandplätzen gespielt und ist sowohl in Frankreich als auch international sehr populär.

Was ist Boccia?

Boccia hingegen hat seine Ursprünge in Italien und unterscheidet sich in einigen wesentlichen Punkten von Boule und Petanque. Boccia wird oft auf einem glatten, flachen Spielfeld aus Sand oder Erde gespielt, das speziell für dieses Spiel vorbereitet wird. Im Gegensatz zu Petanque, bei dem aus dem Stand geworfen wird, haben Boccia-Spielerinnen und -Spieler einen Anlauf. Die Boccia-Kugeln sind in der Regel aus Holz oder Kunststoff und etwas leichter als die Metallkugeln beim Boule. Auch bei Boccia geht es darum, die Kugeln so nah wie möglich an eine kleinere Zielkugel (Pallino) zu platzieren. Boccia hat eine lange Tradition und wird sowohl in Italien als auch in anderen Ländern, besonders in Südamerika, gerne gespielt.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zwischen diesen Spielen liegt in den Regeln und der Spielweise. Während Petanque eher ein taktisches Spiel ist, bei dem Präzision und Strategie im Vordergrund stehen, ist Boccia oft dynamischer durch den Anlauf der Spielerinnen und Spieler. Zudem ist Boccia ein beliebter Sport bei den Paralympischen Spielen, da es in speziellen Versionen auch für Menschen mit Behinderungen zugänglich ist.

Gemütlich bis sportlich

Die kulturelle Bedeutung dieser Spiele kann ebenfalls variieren. Petanque ist in der französischen Gesellschaft verwurzelt und wird oft mit einem Glas Pastis in der Hand und einer entspannten Atmosphäre in Verbindung gebracht. Boule-Turniere sind in Frankreich populäre Veranstaltungen, die oft im Sommer stattfinden und viele Zuschauerinnen und Zuschauer anziehen. Boccia hingegen hat in Italien und anderen Ländern mit großem Anteil italienischer Auswanderer einen festen Platz im sozialen Leben und wird häufig bei lokalen Festen und Feiern gespielt.

Reisekompass-Fazit: Boule dient als Sammelbegriff, der verschiedene Kugelspiele umfasst, während Petanque und Boccia spezifischere Formen darstellen, die in unterschiedlichen Regionen und kulturellen Kontexten verwurzelt sind. Für Sportbegeisterte und Freizeitspielerinnen und -spieler bieten alle drei Varianten spannende und unterhaltsame Möglichkeiten, sich zu messen und gemeinsam Zeit zu verbringen.

Foto oben: Ambitious Studio* | Rick Barrett via Unsplash

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