Dresden von der Elbe aus

Die beleuchtete Semperoper ist jenes Bild, das die meisten vor Augen haben, wenn sie an Dresden denken. Doch die Hauptstadt von Sachsen hat mehr zu bieten – viel mehr. Eine solche Fülle an beeindruckenden Gebäuden, Denkmälern und Kunstschätzen findet man kaum irgendwo anders. Und dennoch ist Dresden kein künstliches Disneyland, wie das viele andere Destinationen leider geworden sind. Die Stadt an der Elbe strahlt Bodenständigkeit und Gemütlichkeit aus – und das Preisniveau ist noch in Ordnung.

Am Ufer der Elbe vor dem Brühlschen Gärten (@ Reisekompass)
Am Ufer der Elbe vor dem Brühlschen Gärten (© Reisekompass)

Barocke Sehenswürdigkeiten

Im Mittelpunkt eines Besuchs in Dresden steht natürlich die historische Altstadt:  Rund um die Frauenkirche finden sich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie das Residenzschloss, das Ständehaus, Albertinum, der beeindruckende Zwinger und – natürlich – die Semperoper. Wer sich für Kunst und Kultur interessiert, hat die Qual der Wahl: Welche Meisterwerke sollten wir uns ansehen? Historische Kunstschätze im Grünen Gewölbe (im Schloss), Alte Meister wie die „Sixtinische Madonna“ von Raffael in der Gemäldegalerie Alte Meister (im Semperbau; derzeit wegen Umbau verkleinerte Ausstellung im Erdgeschoss, ab Februar 2020 neu eröffnet), neuere Meister wie Gauguin oder van Gogh im Albertinum oder doch lieber die Rüstkammer im Schloss?

Glockenspielpavillon (Foto: Patrick Eichler / DML-BY)

Oder wir lassen einfach die Stadt auf uns wirken, indem wir vom großen Platz vor der Frauenkirche zum Ufer der Elbe schlendern. Der Fluss ist das eigentliche Wahrzeichen der Stadt. Die sogenannten Elbwiesen, die breiten Grünflächen mitten in der Stadt, geben dem städtischen Raum und seinen Bewohnern viel Luft und Licht. Die einzigartige Silhouette, die Canaletto zu seinem berühmten Gemälde inspirierte, ist zu jeder Tageszeit etwas Besonderes. Geprägt wurde die Innenstadt durch den Barock und gilt als „deutsches Florenz“ – tatsächlich fühlen wir uns manchmal in die italienische Stadt versetzt. August der Starke, wie Kurfürst Friedrich August I. genannt wurde, ist überall präsent – am auffälligsten als vergoldetes Reiterdenkmal bei der Augustusbrücke.

Dresden ist die Stadt der Gegensätze: Auf der einen Seite historisches Barock-Feeling in der Innenstadt, auf der anderen Seite schräge Lokale und Geschäfte in der Neustadt. Wie so oft, erfährt man beim Schlendern von den inneren zu den äußeren Bezirken mehr über das echte Dresden als in Ausstellungen oder von Reiseführern. Also: Das echte Dresden „begeht“ man am besten zu Fuß.

Rundgang Innenstadt

Eine gute Route, die man am besten gemütlich erledigt: Alte SynagogeBrühlscher GartenAlbertinum Pulverturm – FrauenkircheResidenzschlossZwingerSemperoper. 

Frauenkirche in Dresden (@ Reisekompass)
Frauenkirche in Dresden (© Reisekompass)

Parken beispielsweise in der Tiefgarage an der Frauenkirche (erstaunlich günstig), mit öffentlichen Verkehrsmitteln Stadtbahn-Haltestelle an der Synagoge.

Rundgang Neustadt

Für den nächsten  Tag empfiehlt sich ein Rundgang am „anderen“ Ufer der Elbe, in Neustadt. Hier sieht man deutlich weniger Touristen, dafür noch mehr typisches Dresdner Flair. Empfehlenswert ist folgende Route: Startpunkt ist die Augustusbrücke (schöner Blick auf die Innenstadt) – Goldener Reiter – über die Hauptstraße (schöne Allee mit Geschäften und Lokalen) zur Neustädter Markthalle – via Albertplatz zum Erich-Kästner-Museum – danach weiter in die „Äußere Neustadt“ – via Alaunstraße zur schönen Kunsthofpassage – danach zum alten Jüdischen FriedhofPfunds Molkerei – via Albertplatz in die Königstraße und zum Japanischen Palais.

Hauptstraße in der Dresdner Neustadt (© Reisekompass)
Hauptstraße in der Dresdner Neustadt (© Reisekompass)
  • Pausen lassen sich etwa im Café Neustadt (Bautzner Straße 63, etwas abseits der Route) oder in der Pastamanufaktur (An der Dreikönigskirche) einlegen.
  • Geheimtipp zum Parken: Ein öffentlicher Parkplatz, der auch für Wohnmobile geeignet ist, befindet sich an der Wiesentorstraße, direkt neben dem Staatsministerium für Kultus. Wer früh kommt, ergattert auch am Wochenende einen günstigen Platz.

Weitere Tipps für Dresden

Fußballfans kommen natürlich um einen Besuch bei Dynamo Dresden nicht umhin: Der Traditionsklub erlebt zwar sportlich ein ewiges Auf und Ab, aber sein Mythos ist ungebrochen. Wer kein Spiel besuchen kann, sollte sich zumindest das Stadion von außen ansehen und im Fanshop stöbern. Apropos: In der Nähe des Stadions findet jeden Freitag der Bauermarkt „Sachsenmarkt“ statt, wo es unter anderem auch frische Karpfen zu kaufen gibt.

Einen Abstecher in die Vergangenheit verspricht TimeRide Dresdenhier liest du, wie das funktioniert und ob es sich auszahlt.

Tipp: Hygiene-Museum

Ausstellung "Abenteuer Mensch" im Hygiene-Museum (Foto @ Jörg Gläscher)
Ausstellung „Abenteuer Mensch“ im Hygiene-Museum (Foto @ Jörg Gläscher)

Im Mittelpunkt der meisten Dresden-Besuche stehen die bekannten Kunstmuseen. Aber ein Museum sollte man nicht verpassen: Das Deutsche Hygiene-Museum bietet faszinierende Einblicke. Bei der Daueraustellung „Abenteuer Mensch“ werden Themen rund um den menschlichen Körper und menschliches Verhalten wie Gesundheit, Essen, Sexualität oder Bewegung aufbereitet – und zwar auch kindergerecht.

Hoteltipp: Villa Weltemühle

Das Reisekompass-Team hat sich für den Dresden-Aufenthalt für das Hotel Villa Weltemühle entschieden – wegen des guten Preis-Leistungsverhältnisses und der guten Lage. Wie sich herausgestellt hat, war das eine hervorragende Wahl. Das Haus ist zwar auf den ersten Blick schon etwas in die Jahre gekommen, doch die Zimmer sind groß, gemütlich und entsprechen so gar nicht dem üblichen 08/15-Design der Hotelketten. Die Mitarbeiter sind ausgesprochen freundlich, vom Hotel ist man mit dem Auto in wenigen Minuten in der Dresdner Innenstadt. Direkt vor der Tür gibt es außerdem eine Bushaltestelle. Das Hotel, das ursprünglich eine Mühle ab 1870 eine Gastwirtschaft war, liegt in einem schönen Park.

Restaurant-Tipps für Dresden

Natürlich kann man sich nicht nur von Kultur und Geschichte ernähren.  Dresden bietet aber auch in gastronomischer Hinsicht eine gute Auswahl. Dabei macht sich die Suche nach Geheimtipps durchaus bezahlt, man sollte nicht ins erstbeste Lokal an den Tourismus-Routen einfallen. Unsere Tipps:

  • Sophienkeller: Im Taschenbergpalais, gleich gegenüber des Zwingers, befindet sich dieses Gewölberestaurant, in dem im historischen Ambiente traditionelle sächsische Kost serviert wird. Wirkt etwas touristisch, aber das Essen ist sehr gut und die Atmosphäre wirklich etwas Besonderes. Unser Tipp: Unbedingt den sächsischen Sauerbraten probieren. Reservierung macht speziell am Wochenende Sinn. Adresse: Taschenberg 3.
  • Kümmelschänke: Uriges Lokal mit kreativer Speisekarte, nettes Service. Tipp: Das eigene Bier Kümmelbräu ausprobieren! Adresse: Kümmelschänkenweg im Ortsteil Omsewitz.
  • Good Friends: Wer asiatische Abwechslung zu deutschem Essen sucht, wird in diesem kleinen, netten Lokal in Neustadt fündig: Mittags gibt es günstige Menüs, sonst empfehlen sich die vietnamesischen Gerichte wie „Vit Quay“ (knusprige Ente). Adresse: An der Dreikönigskirche 8.

Informationen zu Dresden

  • Touristeninformation: Die wichtigsten Informationen gibt es direkt bei der Dresden Information.
  • Nächtigung: Die Auswahl an Hotels ist nicht riesig, doch es gibt für jedes Budget das Passende. Weniger überragend ist die Auswahl an Ferienwohnungen.
  • Shopping erledigt man etwa in der Altmarkt-Galerie (auch Parkmöglichkeit) oder in den kleinen Läden in Neustadt.
  • Ausflüge bieten sich ins nahe Meissen, auf die Aussichtsplattform bei Rathen oder ins hübsche Pirna an.

Hier Eindrücke aus Dresden im Herbst in unserer Diashow:

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