Mitterhaufen im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen)

Tipps für Ausflüge in die Auen zwischen Wien und Bratislava. Der Nationalpark Donau-Auen bietet zu jeder Jahreszeit etwas Besonderes.

Da! Der Kopf des Bibers hebt sich ganz kurz aus dem Wasser. Das Warten hat sich gelohnt, denn die putzigen Tiere sind äußerst scheu und fast nie zu entdecken. Doch hier im Nationalpark Donau-Auen ist die Natur noch intakt, hier werden seltene Tiere und Pflanzen geschützt.

Biber im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen - Kern)
Biber im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen – Kern)

Dabei liegt der Nationalpark inmitten einer dicht besiedelten Region, genau zwischen den beiden Hauptstädten Bratislava und Wien. Wer die verschlungenen Wege und Wasserläufe der Aulandschaft erkundet, fühlt sich in ein Dschungelgebiete irgendwo in Südamerika versetzt. Nur der gelegentliche Lärm der Flugzeuge, die am Flughafen Wien-Schwechat landen, lässt uns wissen, dass die Großstadt nicht weit ist.

Schlossinsel im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen - Grabner)
Schlossinsel im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen – Grabner)

Am besten erkundet man den Nationalpark zu Fuß, auch Kanufahrten sind erlaubt, allerdings nur in bestimmten Teilen der Wasserarme. Die Aulandschaft verändert sich ja ständig: Wenn Wasser aus der Donau hineinströmt, werden Inseln überschwemmt und Bäume vom Wasser verschluckt. Aber genau das macht ja den Reiz einer Au aus.

Im Hochsommer kann es wegen der Gelsen und Bremsen etwas anstrengend sein, im Herbst wird es angenehmer. Es gibt diverse Informations– und Tourenangebote von der Nationalparkverwaltung selbst, durch die man einen guten Einblick in Fauna und Flora der Donau-Auen bekommt. Unser Tipp: Bei einer Nachtwanderung, die in der Nähe von Eckartsau startet, erlebt man die Au in der Dunkelheit, bekommt tolle Infos von den Nationalpark-Rangern und ein Gefühl für die heikle Balance zwischen Natur und Mensch.

Rothirsch im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen - Sendor Zeman)
Rothirsch im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen – Sendor Zeman)

Nun auch ein Überblick über die einzelnen Teile des Au-Gebiets zwischen Wien und Bratislava mit ihren jeweiligen Besonderheiten:

Lobau: Baden & Erholen

Dieser Teil der Donau-Auen reicht nach Wien hinein und ist daher leicht zu erreichen. Seine Geschichte: Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Regulierung der Donau dieser Nationalparkbereich von der Wasserversorgung so gut wie abgeschnitten. Daher ist die Lobau recht trocken und weniger typische für eine „echte“ Au. Es lässt sich aber noch erkennen, wo früher Inseln und Flussarme waren. Die Altwässer der Lobau verschilfen und es zeigt sich eine ganz spezielle Vogelwelt. An einigen Stellen der Lobau finden sich schöne Plätze zum Wildbaden, etwa bei der bekannten Panozzalacke.

Seitenarm in der Lobau im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen - MA49)
Seitenarm in der Lobau im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen – MA49)

Schönau: Biber & Co.

Dieser Teil des Nationalparks im Bereich der Schönauer Au ist noch recht dynamisch, verändert sich wegen des einströmenden Wassers aus der Donau ständig. Der Treppelweg ist dafür an zwei Stellen abgesenkt. Es bilden sich ständig neue Inseln, die die sogenannten Kiesbrüter besonders schätzen. Sogar der Eisvogel ist an den Uferkanten der Schönauer Au zu finden. Und mit etwas Glück lassen sich sogar Biber beim Graben ihrer Bauten beobachten.

Seitenarm im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen - Kern)
Seitenarm im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen – Kern)

Orth: Große Seitenarme der Donau

Der Orther Bereich ist eines der größten Au-Gebiete im Nationalpark. Viele Wasserläufe durchdringen dieses Gebiet, zwei Seitenarme sind direkt mit der Donau verbunden. Hier finden Wanderer und Kanufahrer einige Schotterinseln; es können auch seltene Tierarten, etwa die Europäische Sumpfschildköte, beobachtet werden. Unser Tipp fürs Baden und Schwimmen: Die Orther Inseln an der Donau sind herrliche Badeplätze und sind auch im Herbst schön anzusehen. Beliebt sind diese Inseln auch wegen des bunten Kiesels und der Vegetation mit Lianen – Dschungel pur, sozusagen. In Ort befindet sich auch das Nationalpark-Zentrum mit vielen guten Informationen – und zwar direkt im Schloss.

Schloss Orth und Schlossinsel im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen)
Schloss Orth und Schlossinsel im Nationalpark Donau-Auen (Foto beigestellt © Nationalpark Donau-Auen)

Eckartsau: Habsburger Geschichte

Im Auwald von Eckartsau sind noch die Spuren zu sehen, die die Habsburger auf ihren Jagden hinterlassen haben. Die großen Wiesen rund um das Schloss Eckartsau sind die Heimat von Hirschen. Die Altarme dieses Bereich sind nicht mit der Donau verbunden, es haben sich Schilfflächen mit Brutmöglichkeiten für Wasservögel gebildet.

Stopfenreuth: Protestplatz

Die Stopfenreuther Au ist auch dadurch bekannt, dass hier im Jahr 1984 die Proteste gegen den Bau eines Kraftwerks stattgefunden haben – durch sie wurde der Nationalpark überhaupt erst möglich. Dieser Bereich liegt beinahe zur Gänze im Überströmbereich der Donau. An Steindämmen finden Wanderer Muschelschalen, im seichten Uferwasser sind Jungfische zu beobachten. Auch die Europäische Sumpfschildkröte ist hier öfters zu sehen.

Hainburg: Stadt & Fluss

In Hainburg verbinden sich unterschiedliche Landschaftselemente auf engem Gebiet. Die Donau zwängt sich nämlich zwischen Braunsberg und Thebener Kogel, danach wird der Fluss wird breiter. Durch die Regulierung entstanden die „Hainburger Kastln“, das sind ausgedehnte Stillwasserbereiche. Auf den karstigen Felsen des Braunsbergs gibt es Trockenrasen, auf denen seltene Tier- und Pflanzenarten zu finden sind. Die Wälder an den Abhängen des Berges sind deutlich trockener und unterscheiden sich von der typischen Auwald-Vegetation.

Mannswörth: Ruhe für Tierbeobachtungen 

Dieser stille Bereich zwischen Donau und Schwechat-Mündung besticht durch seine dichten Wälder und offenen Wiesenflächen. Durch die Stille kommen Tierbeobachter auf ihre Rechnung: Wildschweine, Rehe und Hasen sind hier mit Garantie zu sehen.

Maria Ellend/Haslau/Regelsbrunn: Orte am Südufer

Die Orte am Südufer der Donau sind etwas oberhalb der Donau und haben dadurch einen natürlichen Hochwasserschutz. Die aus Schotter bestehenden Hänge sind typisch für diesen Bereich. Zahlreiche Fischerhütten mit Dabelnetzen liegen entlang Donau. Biber, Kormorane und Tafelenten sowie Kiesbrüter lassen sich hier beobachten.

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