Bitcoin im Urlaub (Bild: Icons8 via unsplash)

Kryptowährungen sind in aller Munde. Doch wie sieht es mit Bitcoin & Co. auf Reisen aus?

Der Höhenflug der Kryptowährungen wie Bitcoin und Ethereum geht weiter, im Oktober steigen die Kurse immer weiter nach oben. Zwar sind Bitcoin & Co. noch immer sehr umstritten, doch die Zahl der Fans steigt von Monat zu Monat. Zuletzt wurde Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel im lateinamerikanischen Staat El Salvador zugelassen. Trotz der jüngsten Proteste dagegen wird das als Signal gesehen, dass die Finanzwelt um diese Kryptowährungen – oft auch als Kryptoassets bezeichnet – nicht länger herumkommt.  Außerdem wird nun der erste offizielle Bitcoin-ETF aufgelegt – das ist ein Finanzprodukt, mit dem man sich indirekt an der Entwicklung der Kryptowährung beteiligen kann, ohne diese selbst zu kaufen.

Doch wie sieht es mit Bitcoin auf Reisen aus? Spielen Kryptowährungen für den Tourismus bereits eine Rolle? Ganz grundsätzlich ist die Zurückhaltung in der Branche und auch bei Reisenden noch groß, das liegt vor allem an der Unsicherheit, wie sich die Kurse entwickeln werden und wie sicher Kryptowährungen sind. Einige Beispiele gibt es aber dennoch:

  • Die Fluggesellschaft airBaltic akzeptiert Kryptowährungen zur Bezahlung von Flugtickets. Schon 2014 wurden Bitcoin zugelassen, die baltische Fluglinie war damit die erste weltweit. Seit diesem Frühjahr können Reisende auch mit anderen Kryptoassets wie Ethereum oder Dogecoin bezahlen.
  • Auch die Fluglinie Virgin Galactic und die Onlineplattform cheapair.com akzeptieren Bitcoin & Co. als Zahlungsmittel.
  • Das Berliner Start-up GetYourGuide, das Aktivitäten für Touristen anbietet, nimmt als Zahlungsmittel nicht nur die bekannten Kryptowährungen, sondern etwa auch Dogecoin – dieser „Coin“ wird von Tesla-Chef Elon Musk immer wieder gepusht.
  • Hotels, die Bitcoin und andere Assets akzeptieren, findet man immer wieder, unter anderem in Vietnam. Auch das neue Resorts World Las Vegas nimmt Kryptos als Bezahlmethode für bestimmte Bereiche.
Worlds Resort Las Vegas
Das Worlds Resort Las Vegas akzeptiert Bitcoin & Co. (Bild: beigestellt)
  • Thailand arbeitet laut Medienberichten an einem eigenen „Utility Token“ für den Tourismus des Landes. Es soll also eine Art eigener Währung geschaffen werden, mit der Touristen zum Beispiel Reisegutscheine kaufen können. Der Tourismus ist für das südostasiatische Land unverzichtbar: Knapp 9 Prozent des BIP von Thailand werden in diesem Sektor erwirtschaftet. Die Coronakrise hat Thailand aber schwer getroffen.
  • Die derzeit größte Plattform für die Kombination aus Krypto und Reisen ist Travala.com: Das 2017 gegründete Unternehmen aus Australien hat eine eigene Kryptowährung im Umlauf, den AVA Token. Damit lassen sich Hotels, Appartements, Villen und Hostels buchen – insgesamt gibt es mehr als 2,2 Millionen Unterkünfte auf der Plattform. Aber auch mit anderen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum, BNB (Binance Coin) oder Cardano (ADA) lässt sich auf Travala bezahlen. Der Chef der Krypto-Handelsplattform Binance, Changpeng Zhao, ist selbst an Travala beteiligt. Travala will aber noch mehr, so soll gemeinsam mit ehemaligen Mitarbeitern von AirBnB eine dezentrale Plattform für die Buchung von Unterkünften aufgebaut werden. Die Idee dahinter: Besitzer von Häusern und Wohnungen sowie Reisende sollen auch abseits von AirBnB zusammenfinden. Im Gegensatz zu bisherigen Lösungen sollen die Gebühren sehr niedrig sein, was wiederum durch die Blockchain-Technologie (Erklärung siehe unten) möglich sein soll.
  • Auch die große Buchungsplattform Expedia akzeptiert laut Medienberichten Bitcoin als Zahlungsmittel, Partner dafür ist die Kryptoplattform Coinbase. Allerdings dürfte das derzeit nur für die USA gelten, denn auf den deutschsprachigen Seiten findet man diese Bezahlmöglichkeit nicht.
  • Eine weitere Plattform ist Bitrefill: Dort können mit Kryptowährungen Gutscheine gekauft werden, die dann wiederum für Reisen verwendet werden können – etwa für die Hotelbuchung auf hotels.com, für Uber-Fahrten oder für Tripgift.

Was sind die (teils noch theoretischen) Vorteil für die Nutzung von Bitcoin auf Reisen bzw. von anderen Kryptowährungen:

  • Geringe Kosten: Außerhalb des Euroraums – also etwa auch in Großbritannien – können unterschiedliche Wechselkurse und hohe Gebühren zu zusätzlichen Kosten führen. Bei der Verwendung von Kryptowährungen entfallen diese Kosten größtenteils, da ja 1 Bitcoin überall auf der Welt den gleichen Wert hat. Allerdings sind natürlich diese Kryptoassets dennoch gewissen Schwankungen unterworfen, diese gelten dann aber überall.
  • Der Transfer von Geld ist mittels Kryptowährungen einfach und sicher: Selbst hohe Beträge können ohne großen Aufwand übertragen werden.

Kryptowährungen sind ja nur eine Anwendungen der Blockchain-Technologie. Diese kommt in vielen unterschiedlichen Bereichen zum Einsatz und wird auch im Tourismus eine immer größere Rolle spielen. Damit können Daten – etwa auch heikle Personendaten – nämlich sicher und rasch gespeichert und gesendet werden. Auch für die Überprüfung von Zertifikaten ist diese Technologie geeignet und wurde unter anderem von der Air France verwendet, um Covid-Impfzertifikaten von Reisenden zu checken.

Was ist eine Blockchain?
Die Blockchain (auf Deutsch: Kette von Blöcken) ist eine Art verteilter Datenbank, über die sichere Transaktionen ermöglicht werden – vergleichbar mit einem digitalen, dezentralen Kassabuch. Die darin gespeicherten Daten können nicht verändert werden, es braucht also zur Überprüfung oder Übermittlung keine Mittelsmänner (wie etwa Banken). Eine Blockchain eignet sich daher zum sicheren Datentransfer mit eindeutig authentifizierten Absendern und Empfänger.

Foto ganz oben: Icons8 Team via Unsplash

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