Ein neues Buch des Reiseverlags nennt Ziele und Regionen am Mittelmeer, die uns andere Perspektiven bringen.
Das Mittelmeer zieht vor allem Reisende aus Mitteleuropa magisch an – doch es wird immer schwieriger, weniger bekannte Ziele zu finden, die nicht so überlaufen sind und authentisches Mittelmeer-Feeling garantieren. Der Reiseverlag Lonely Planet hebt in seinem neuen Band „The Mediterranean“ sieben Städte und Inseln als besondere Destinationen für das Reisejahr 2026 hervor. Im Mittelpunkt stehen dabei weniger die bekannten Küstenorte, sondern Städte, Inseln und Regionen, die für ihre Mischung aus Alltag, Kultur und Kulinarik im mediterranen Raum stehen. Die Auswahl knüpft an einen generellen Trend an, den Lonely Planet bereits für jüngere Reisejahre beschrieben hat: langsamer reisen, intensiver erleben und bekannte Regionen abseits der Hotspots erkunden.
Italien: Bari und Neapel jenseits der Klischees
Während die Amalfiküste oder Rom seit Jahren zu den bekanntesten Reisezielen Italiens zählen, lenkt das Buch den Blick nach Bari und Neapel: Bari, Hauptstadt der Region Apulien, wird als urbanes Zentrum mit lebendiger Ausgehkultur und starkem kulinarischem Profil beschrieben – typisch ist hier unter anderem die Orecchiette-Pasta, deren Name sich auf die charakteristische „Öhrchen“-Form bezieht. Neapel wiederum steht für ein eigenwilliges Stadtbild, das historische Eleganz mit einer rauen Hafenatmosphäre verbindet und als Geburtsort der Pizza einen festen Platz in der europäischen Esskultur einnimmt.
Frankreich und Griechenland: Marseille und Thessaloniki
In Frankreich empfiehlt Lonely Planet in seinem neuen Mittelmeer-Buch einen Blick über die klassische Côte d’Azur hinaus nach Marseille. Die Hafenstadt gilt als diverse kulturelle Drehscheibe, deren Stadtbild von historischer und moderner Architektur geprägt ist und deren Küche Gerichte wie Bouillabaisse und Tapenade hervorgebracht hat. In Griechenland rückt Thessaloniki in den Vordergrund, das als weniger überlaufenes Gegenstück zur Hauptstadt Athen gilt. Die Stadt verbindet eine ausgeprägte Bar- und Café-Szene mit einer Gastronomie, die in der Breite mit anderen mediterranen Metropolen mithalten soll.
Inselwelten: Von Korfu bis Brač
Zum Mittelmeer gehört für viele Reisende ein Inselaufenthalt, und der neue Lonely-Planet-Band widmet sich daher auch Inseln wie Korfu, Naxos, Sizilien und Sardinien, die für ihre Mischung aus Stränden, historischen Stätten und regionaler Küche bekannt sind. Als besonders interessanter Tipp für 2026 wird zudem die kroatische Insel Brač genannt. Dort hebt Lonely Planet den Strand Zlatni Rat an der Südküste hervor sowie die Wanderung auf den Vidova Gora, der als höchste Erhebung der Adriainseln gilt und weite Ausblicke über die Küstenlandschaft ermöglicht.
Türkei und Nordafrika: Antalya und Algier
Wer sich für türkische Kultur und Küche interessiert, findet in Antalya eine Kombination aus historischer Bausubstanz und moderner Küstenstadt. Die Stadt am westlichen Mittelmeer gilt als größtes urbanes Zentrum der Region, verfügt über eine gut erhaltene Altstadt im osmanischen Stil und eine Uferzone, die sich zum Spazieren, Beobachten des Sonnenaufgangs und zum Probieren regionaler Spezialitäten eignet. In Nordafrika rückt die Empfehlung nach Algier, der Hauptstadt Algeriens, den vielleicht ungewohntesten Punkt der Liste in den Mittelpunkt. Die Stadt wird als Ziel für Reisende beschrieben, die sich für Geschichte und Stadtplanung interessieren: Historische Viertel mit verwinkelten Gassen ziehen sich hier terrassenartig hinunter zur Bucht von Algier.
Die sieben Mittelmeer-Empfehlungen im Überblick
- Bari, Italien – Regionale Küche, urbanes Leben, Nachtleben
- Neapel, Italien – Hafenstadt, Geschichte, Pizza-Tradition
- Marseille, Frankreich – Kulturstadt, Architektur, Fischküche
- Thessaloniki, Griechenland – Bars, Gastronomie, weniger überlaufen als Athen
- Brač, Kroatien – Zlatni-Rat-Strand, Wanderung Vidova Gora
- Antalya, Türkei – Historische Altstadt, Küstenlage, Kulinarik
- Algier, Algerien – Stadtgeschichte, Architektur, Lage an der Bucht
„The Mediterranean“ als Reisebegleiter
Mit „The Mediterranean“ legt Lonely Planet einen umfangreichen Band zum Mittelmeerraum vor, der mehr als 30 Städte und Inseln sowie 15 vorgeschlagene Roadtrip-Routen umfasst. Der Inhalt basiere stark auf Beiträgen lokaler Stimmen etwa von Köchinnen und Köchen, Architektinnen und Architekten sowie Kulturschaffenden. Das Buch ist sehr schön aufgemacht und lädt zum Schmökern ein; hier finden wir auch neue Anreize für den nächsten Mittelmeer-Urlaub. Man darf sich aber keinen klassischen Reiseführer erwarten; tatsächlich häten etwas mehr praktische Tipps nicht geschadet. Insgesamt aber eine gute Möglichkeit, das Mittelmeer neu zu entdecken.
Info: Das Buch kostet rund 44 Euro und ist im Buchhandel sowie über den Shop von Lonely Planet erhältlich.
Foto oben: beigestellt & vittoria Cremasco via Unsplash
