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Nürnberg – weit mehr als der Christkindlesmarkt

Das Bild zeigt Fahrradfahrer in der Altstadt von Nürnberg Das Bild zeigt Fahrradfahrer in der Altstadt von Nürnberg
Nürnberg lässt sich gut mit dem Rad erkunden (© Florian Trykowski)

Nürnberg ist nicht nur zur Weihnachtszeit eine Reise wert: Die Stadt in Franken hat geschichtliches Flair, gute Lokale und viel Kultur zu bieten.

Wenn die Rede von Nürnberg ist, denken viele sofort an Glühwein, Lebkuchen und den berühmten Christkindlesmarkt. Doch die fränkische Metropole, zugleich die zweitgrößte Stadt in Bayern nach München, mit hat weit mehr zu bieten als vorweihnachtliche Romantik. Wer die Stadt an der Pegnitz nur mit Weihnachten verbindet, verpasst eine Destination, die das ganze Jahr über mit Geschichte, Kultur und kulinarischen Höhepunkten punktet.

Reisekompass hat das selbst getestet – und die Mischung aus historischem Flair, tollen Lokalen, schönen Shops und einer einladenden Umgebung macht Nürnberg tatsächlich zu einer Attraktion. Die Stadt hat zwar mehr als eine halbe Millionen Einwohner, wirkt aber dennoch gemütlich und keinesfalls überlaufen (außer eben an manchen Tagen in der Vorweihnachtszeit).

Was hat Nürnberg außer dem Christkindlesmarkt zu bieten?

Fakt ist: Die meisten Besucherinnen und Besucher kommen im Dezember nach Nürnberg – verständlich, denn der Christkindlesmarkt zählt zu den ältesten Weihnachtsmärkten der Welt und wurde bereits 1628 erstmals erwähnt. Dann ist natürlich entsprechend viel los, die Hotelpreise steigen, die Anfahrt kann tageweise recht mühsam sein.

Doch die gute Nachricht: Wer glaubt, dass die Stadt außerhalb der Adventszeit in Winterschlaf fällt, irrt gewaltig. Schon ab Mitte April lockt das Nürnberger Frühlingsfest mit Fahrgeschäften und kulinarischen Köstlichkeiten zum Dutzendteich. Der Ostermarkt, liebevoll „Häferlesmarkt“ genannt und seit 1424 Tradition, markiert den Auftakt des Marktjahrs auf dem Hauptmarkt. Im Sommer verwandeln das Bardentreffen, eines der bedeutendsten Straßenmusikfestivals Europas, die Blaue Nacht mit spektakulären Licht- und Videoinstallationen sowie das Klassik Open Air die Stadt in eine lebendige Kulturlandschaft.

Besonders stimmungsvoll wird es im September, wenn das Altstadtfest zwei Wochen lang die historische Innenstadt in eine riesige Partyzone verwandelt. Zwischen Fachwerkhäusern und mittelalterlichen Gassen trifft man sich bei Fassbier und Live-Musik – ein Fest, das Einheimische wie Touristinnen und Touristen gleichermaßen begeistert.

Hat Nürnberg eine reiche Geschichte?

Ja, ganz eindeutig! Und das bedeutet: ein Spaziergang durch die Altstadt ist wie eine Zeitreise. Schon 1050 wurde Nürnberg erstmals urkundlich erwähnt, zwischen 1050 und 1571 residierten alle römisch-deutschen Kaiser zumindest zeitweise in der Kaiserburg, die majestätisch über der Stadt thront. Im 15. und 16. Jahrhundert erlebte Nürnberg seine Blütezeit – eine Ära, die durch Persönlichkeiten wie den Künstler Albrecht Dürer, den Humanisten Willibald Pirckheimer sowie die Künstler Adam Kraft und Veit Stoß geprägt wurde.

Altstadtpanorama Nürnberg mit Kaiserburg | Panorama of the Old Town of Nuremberg with Imperial Castle
Altstadtpanorama von Nürnberg (© Uwe Niklas)

Die Innenstadt lädt zum Flanieren ein. Mit der Lorenzkirche als Zentrum laufen alle Shoppingstraßen zusammen – die Königstraße, die Breite Gasse und die Karolinenstraße. Neben bekannten Modeketten findet man kleinere Boutiquen, inhabergeführte Geschäfte am Trödelmarkt und gemütliche Cafés entlang der Pegnitz. Der Hauptmarkt bietet nicht nur Zugang zur Frauenkirche, zum Rathaus und zum Schönen Brunnen, sondern auch den Weg hinauf zur Kaiserburg – die sollte man unbedingt besuchen und u.a. auch den Rundblick über die Stadt und ihre grüne Umgebung genießen.

Das Bild zeigt die Kaiserburg in Nürnberg
Blick auf die Kaiserburg (© Tourismus Nürnberg)

Das Burgviertel mit seinen verwinkelten Gassen und Fachwerkhäusern besitzt einen ganz eigenen Charme. Hier reihen sich Designermode, Schmuck, Antiquitäten und kleine Kunsthandwerker aneinander. Unweit des Hauptbahnhofs zeigt der Handwerkerhof, was fränkisches Handwerk ausmacht: Zinngießer, Glasschleifer, Glasmaler, Puppenmacher und Ledertäschner präsentieren ihre Erzeugnisse im typischen Fachwerk-Ambiente.

Welche Museen gibt es in Nürnberg?

Nürnberg besitzt eine der vielfältigsten Museumslandschaften Deutschlands. Das Angebot reicht von mittelalterlicher Kunst über moderne Installationen bis hin zu Technikgeschichte und Zukunftsvisionen. Hier unser Überblick:

Das Germanische Nationalmuseum

Das größte kulturgeschichtliche Museum im deutschsprachigen Raum ist ein Muss für jeden Nürnberg-Besuch. Die Sammlung reicht vom Faustkeil der Frühzeit bis zum Selbstbildnis von Ernst Ludwig Kirchner aus der Moderne. Allein die Architektur mit dem integrierten Kartäuserkloster ist sehenswert. Mehrere Sonderausstellungen pro Jahr mit Begleitprogrammen für Groß und Klein machen jedes Wiederkommen lohnenswert.

Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg (© Christine Dierenbach)
Germanisches Nationalmuseum in Nürnberg (© Christine Dierenbach)

Auf den Spuren von Albrecht Dürer

Albrecht Dürer, 1471 in Nürnberg geboren, war bereits zu Lebzeiten ein gefeierter Maler und Grafiker. Sein Wohnhaus, in dem er fast 20 Jahre lang lebte und arbeitete, ist heute als Museum begehbar. Wer durch die alten Räume wandert, bekommt ein Gefühl dafür, wie der Künstler lebte und schuf. Im grafischen Kabinett werden die reichen Bestände der Kunstsammlungen der Stadt in Wechselausstellungen präsentiert. Ein besonderes Highlight sind die regelmäßig stattfindenden Agnes-Dürer-Führungen, bei denen Dürers Ehefrau höchstpersönlich durchs Haus führt – ein Erlebnis nicht nur für Kinder.

Blick auf das Albrecht-Dürer-Haus in Nürnberg
lbrecht-Dürer-Haus in Nürnberg (© Birgit Fuder)

Eisenbahnromantik und Zukunftsvisionen

Das DB Museum Nürnberg zählt zu den ältesten technikgeschichtlichen Museen Europas. Mehr als 30 Fahrzeuge erzählen die Geschichte der deutschen Eisenbahn, darunter ein Nachbau des berühmten Adlers, der 1835 die erste Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth befuhr. Das Kinderbahnland macht das Museum zum beliebten Ausflugsziel für Familien, und das Freigelände bietet gerade im Sommer viele Attraktionen.

Ganz anders präsentiert sich das 2021 eröffnete Zukunftsmuseum im neuen Quartier Augustinerhof. Als Zweigstelle des Deutschen Museums in München stellt es die Frage: Wie werden wir in zehn, 20 oder 50 Jahren leben? Aufgeteilt in fünf Themenbereiche geht es um Technik, Gesellschaft und die großen Herausforderungen der Menschheit. Interaktive Stationen zu Themen wie Metaverse oder Künstliche Intelligenz machen Zukunft greifbar.

Kunst im Staab-Bau

Das Neue Museum Nürnberg ist ein Highlight für Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber. Auf 3.000 Quadratmetern präsentiert das Staatliche Museum für Kunst und Design Werke ab den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Gemälde, Skulpturen, Designstücke und Installationen von Gerhard Richter, Nam June Paik und Thomas Ruff bilden Schwerpunkte der Sammlung. Schon die geschwungene Glasfassade des Star-Architekten Volker Staab, die sich perfekt in die Altstadtmauer einfügt, ist einen Besuch wert.

Erinnerung und Verantwortung

Nürnberg stellt sich seiner Geschichte. Das Dokumentationszentrum auf dem Reichsparteitagsgelände sowie das Memorium Nürnberger Prozesse beschäftigen sich mit der Rolle der Stadt als Reichsparteitagsstadt zur Zeit des Nationalsozialismus. Das Gelände am Dutzendteich zeugt vom Größenwahn der NS-Diktatur – die Kongresshalle, die Zeppelintribüne mit dem Zeppelinfeld und die Große Straße sind stumme Zeugen einer dunklen Vergangenheit. Heute wird eine zeitgemäße Auseinandersetzung angestrebt: Die Kongresshalle soll kulturell genutzt werden, das Dokumentationszentrum erhält eine neue Dauerausstellung, und das Zeppelinfeld wird zum Lern- und Begegnungsort umgestaltet. Die Straße der Menschenrechte zeigt seit 1993 auf 27 Rundpfeilern die Menschenrechte – ein sichtbares Zeichen für Demokratie und Toleranz.

Justizgebaeude Ostbau  (© Christine Dierenbach)
Justizgebaeude Ostbau (© Christine Dierenbach)

Gibt es eine Ermäßigungskarte für Nürnberg?

Wer Nürnberg wirklich genau erkunden möchte, sollte zur Nürnberg Card greifen. Für 38 Euro ist die Karte 48 Stunden lang gültig und bietet freien Eintritt in rund 30 Museen und Sehenswürdigkeiten – darunter die Kaiserburg, das Germanische Nationalmuseum, das DB Museum, das Albrecht-Dürer-Haus und das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände. Jedes Museum oder jede Sehenswürdigkeit kann einmal besucht werden. Zusätzlich ermöglicht die Karte freie Fahrt mit allen öffentlichen Verkehrsmitteln im gesamten Bereich Nürnberg, Fürth und Stein. Wer mag, kann damit sogar nach Zirndorf zum Playmobil-FunPark fahren und erhält dort zwei Euro Rabatt auf das Tagesticket. Bei teilnehmenden Partnern wie den Historischen Felsengängen oder der Erlebniswelt von Faber-Castell gibt es 50 Prozent Ermäßigung. Begleitete Kinder bis fünf Jahre bekommen eine kostenlose Kids Card, Kinder von sechs bis elf Jahren zahlen nur zwölf Euro. Die Karte kann online gebucht werden und ist wenige Minuten nach dem Kauf per E-Mail verfügbar – einfach auf dem Smartphone vorzeigen, kein Drucker notwendig. Vor Ort gibt es sie in den Tourist-Informationen in Nürnberg und Fürth, der Flughafen-Information sowie in vielen Hotels.

Unser Tipp: Die Karte am besten morgens aktivieren, damit zwei volle Tage ausgenutzt werden können. Bei geführten Rundgängen wie dem tiefen Brunnen auf der Burg sind die Plätze begrenzt – zeitiges Erscheinen lohnt sich. Viele Museen liegen nah beieinander, Zeit lässt sich sparen, indem sie gebündelt besucht werden.

Wo kann ich in Nürnberg gut essen?

Dass Nürnberg kulinarisch viel zu bieten hat, wissen längst nicht alle. Dabei ist die fränkische Metropole zur Stadt mit der höchsten Sternedichte Deutschlands avanciert. 9 Restaurants wurden vom Guide Michelin ausgezeichnet – unter den deutschen Großstädten die meisten Michelin-Sterne pro Kopf. Weltweit landet Nürnberg auf Platz 13, im europaweiten Vergleich sogar auf Platz 8.

Restaurants wie das Waidwerk, Tisane, Veles, ZweiSinn Meiers, Koch und Kellner, Entenstuben und das seit 2024 neu ausgezeichnete Wonka tragen einen Michelin-Stern. Mit zwei Sternen sowie dem Grünen Stern für Nachhaltigkeit glänzen das Restaurant etz und das Essigbrätlein.

Fine Dining im Restaurant Waidwerk (@ Nürnberg Tourismus)
Fine Dining im Restaurant Waidwerk (@ Nürnberg Tourismus)

Was sind die Spezialitäten von Nürnberg

Doch Nürnberg wäre nicht Nürnberg ohne seine traditionellen Spezialitäten. Die Nürnberger Rostbratwürste sind weit über die Grenzen Deutschlands hinaus bekannt. Die Rezeptur ist im Innungsbuch der Fleischerinnung festgeschrieben und geografisch geschützt – Schweinefleisch, Salz, Pfeffer und Majoran bilden die Basis. Egal ob als „Drei im Weggla“ – drei Bratwürste im Brötchen – auf die Hand oder stilecht serviert auf Zinntellern in einer der zahlreichen Bratwurstküchen rund um den Hauptmarkt: Die Nürnberger Bratwürste sind ein kulinarischer Hochgenuss.

Und weshalb sind Nürnberger Lebkuchen so berühmt?

Ebenso weltberühmt sind die Nürnberger Lebkuchen. Ihre Tradition verdankte die alte Reichsstadt ihrer verkehrsgünstigen Lage am Schnittpunkt der Handels- und Gewürzstraßen. Nüsse, Honig und verschiedene Gewürze wie Zimt, Nelken und Kardamom sind Bestandteile der immer noch geheim gehaltenen Rezeptur. Die Nürnberger Spezialität gibt es das ganze Jahr über, besonders zur Weihnachtszeit wird sie an jeder Ecke angeboten.

Was schmeckt uns sonst noch in Nürnberg?

Weitere fränkische Spezialitäten runden das kulinarische Angebot ab: Das Schäufele, eine gebratene Schweineschulter mit zartem Fleisch und knuspriger Kruste, wird üblicherweise mit Kartoffelklößen serviert. Die traditionelle fränkische Vogelsuppe ist eine Komposition aus Leberknödelsuppe, saurem gekochten Rindfleisch und weiteren Innereien. Auch frischer Saibling aus fränkischen Flüssen gehört zu den beliebten Köstlichkeiten.

Das Bild zeigt das Nürnberger Gericht Schäufele
Schäufele – unverzichtbar bei einem Besuch von Nürnberg (© Steffen Oliver Riese)

Zur deftigen Küche empfiehlt sich ein erfrischendes Rotbier. Als historisch bedeutsame Bierbrauer-Stadt ist es vor allem diese Biersorte, die als Nürnberger Spezialität gilt – das Rotbier hat seine Heimat in Nürnberg. Rund um die Stadt, vor allem in der Fränkischen Schweiz, befinden sich Reisende im Bierland schlechthin. Überraschenderweise ist Nürnberg darüber hinaus als Whisky-Hochburg bekannt.

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