Tipps gegen Flugangst Reisekompass Fliegen (Foto: Jesse Ramirez via unsplash)

Damit das Fliegen nicht zur Qual wird: Wir haben die besten Tipps gegen Flugangst.

Rundherum fröhliche Menschen, die sich auf den Urlaub freuen – und mittendrin ein verzweifelter Reisender, der am liebsten wieder aus dem Flugzeug steigen möchte und sich im Klammergriff am Sitz festhält. Flugangst ist weit verbreitet und kann das Reisen zur Hölle machen. Mindestens jeder zehnte Reisende ist laut Schätzungen davon betroffen.

Der Fachbegriff für Flugangst lautet Aviophobie, es können verschiedene Ängste bzw. Gründe dahinterstecken. Bei manchen Reisen ist es die Angst, sich einer unbekannten Technik oder anderen Menschen (in dem Fall den Piloten) anzuvertrauen. Auch Höhenangst oder bereits vorliegende psychische Probleme wie Depressionen können zu einer ausgeprägten Flugangst führen. Diese kann sich schon lange vor dem Flug äußern oder sich erst in der Maschine selbst bemerkbar machen. Neben den ständig kreisenden Gedanken, die sich um Szenarien wie Flugzeugabstürze drehen, können auch körperliche Symptome auftreten, etwa Schwindel oder Kopfschmerzen. Das Fliegen wird zur Qual – und ist der Flug doch überstanden, denkt man schon an den Heimflug.

Tipps gegen Flugangst: Das raten Experten

Was kann man konkret tun? Wir haben uns bei Expertinnen und Experten nach Tipps gegen Flugangst umgehört. Das sind die Empfehlungen:

    • Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung oder Atemübungen können Erleichterung bringen. Diese sollten aber vorab geübt werden, um sie dann beim Flug zu beherrschen. Entsprechende Apps können beim Trainieren helfen.
    • Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sind darauf trainiert, Reisenden mit Flugangst zu helfen. Sie sollten am besten darauf aufmerksam gemacht werden – nur keine Scheu, das Thema anzusprechen. In jedem Flugzeug sitzen sicher einige Passagiere, die Flugangst in der einen oder anderen Form spüren – du bist nicht alleine!
    • Die Sitzplätze über den Tragflächen sind für Reisende mit Flugängsten am besten geeignet – dort sind mögliche Turbulenzen am wenigsten zu spüren.
    • Stress vermeiden: Die Flugreise sollte möglichst in Ruhe ablaufen – Koffer schon am Vortag packen, früh zum Flughafen fahren, rechtzeitig den Check-in absolvieren.
    • Am Vortag können Sport und Bewegung helfen, den Körper für den nächsten Tag vorzubereiten. Am Tag der Flugreise selbst eher zur Ruhe kommen, etwa mit Yoga. Aber da können die Geschmäcker unterschiedlich sein – du weißt am besten, was dir hilft.
    • Medikamente werden von den meisten Experten nicht empfohlen. Die Gefahr, davon abhängig zu werden, ist groß. Wer es möchte, könnte rezeptfreie Medikamente wie beispielsweise Baldriantropfen zur Beruhigung verwenden.
    • Alkohol und schweres Essen unbedingt vermeiden, stattdessen Wasser trinken und höchstens leichte Snacks während des Flugs konsumieren.
    • Während des Flugs können Musik, Bücher oder Filme die gewünschte Ablenkung bringen.
    • Fakten helfen gegen Ängste zwar nur zum Teil, aber du solltest bedenken: Flugreisen sind mit hohem Abstand die sicherste Möglichkeit des Reisens. Denke daran, wie viele Flugzeuge jetzt im Moment unterwegs sind – und wie selten etwas passiert. Statistisch gesehen ist die Anfahrt zum Flughafen viel gefährlicher als das Fliegen selbst. Gewitter, starke Winde oder Turbulenzen sind in den allermeisten Fällen nur unangenehm, aber nicht gefährlich.
    • Bei anhaltenden Problemen mit Flugangst können Psychotherapeuten mit einer gezielten Therapie unterstützen. Diese kann etwa verschiedene Formen der Konfrontation mit der Angst umfassen – in einer einfacheren Variante spielt man das Fliegen zuerst nur in Gedanken durch, bei einer extremen Form setzt man sich der Angst direkt aus, indem der Betroffene bzw. die Betroffene ein Flugzeug besteigt.
    • Airlines wie die AUA oder die Lufthansa führen Seminare bzw. Selbsthilfeprogramme für Menschen mit Flugangst durch – im Moment werden diese wegen Corona aber nicht durchgeführt.
    • Abhilfe könnte auch ein Training in einem Flugsimulator bringen – dabei wird ein Flug sozusagen im Trockenen durchgespielt. Angeboten werden solche Trainings etwa von Fun Flights in Wien, Flugvertrauen (Köln) oder Flugsimulator Rostock.

 

Foto oben: jesse ramirez via Unsplash

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