Eine immersive Ausstelllung in Wien verspricht Einblicke in die Legende der Titanic – wir waren dabei und berichten über unsere Eindrücke.
Immersive Ausstellungen haben sich in vielen europäischen Städten als Publikumshits herausgestellt – mit einer Mischung aus großflächigen Projektionen, Sound, interaktiven Elementen und ausgestellten Objekten werden dabei Ereignisse oder Epochen der Geschichte vermittelt.

Das Reisekompass-Team hat die Ausstellung „Legende der Titanic“ in Wien besucht, die derzeit in der Marx-Halle im dritten Bezirk über die Bühne geht – und ein großer Erfolg ist, wie die Veranstalter betonen: Die virtuelle Titanic sollte eigentlich nur bis Jänner in Wien liegen, nun wurde die Ausstellung bis 3. Mai 2026 verlängert.
Eines vorweg: Nach der Tutenchamum-Ausstellung waren wir grundsätzlich eher skeptisch, denn oftmals werden geschichtliche Themen in solchen Formaten eher oberflächlich abgehandelt. Bei der Titanic war der Eindruck aber von Beginn an ein anderer. Nach einigen grundsätzlichen Informationen über das Schiff – unter anderem zum Schiffsbau und der Reederei – werden Objekte von der Titanic und ähnlichen Schiffen gezeigt. Es wird auch erklärt, weshalb sich viele Menschen zu der Reise über den Atlantik entschlossen hatten und wie groß die Unterschiede zwischen erster, zweiter und dritter Klasse waren.
VR-Brille und Multimedia-Show
Im nächsten Raum bekommt man eine Virtual-Reality-Brille verpasst, der virtuelle Untergang ist recht stimmig, wenn auch etwas kurz gestaltet. Das Herz der Ausstellung ist eine Multimedia-Show, bei der großflächige 360-Grad-Projektionen einen Eindruck vom Bau und der Fahrt der Titanic vermitteln. Man fühlt sich als Reisender auf der Titanic und erlebt das Schicksal eines Mädchens und ihres Vaters. Da die Ausstellung für Familien konzipiert, werden keine schlimmen Szenen gezeigt. Dennoch wird klar gemacht, dass mehr als 1500 Menschen bei dem Unglück ums Leben gekommen sind und Familien zerrissen wurden. Das Ganze hat genau die richtige Länge, die Multimedia-Aufführung dauert rund 30 Minuten, insgesamt sollte man sich eine bis eineinhalb Stunden Zeit nehmen.

Die stimmige Musik trägt zur Stimmung bei, der Soundtrack wurde von René Merkelbach komponiert und mit einem Orchester aufgenommen (der Soundtrack ist u.a. auf Spotify zu hören). Fazit: Für den doch stolzen Preis von rund 30 pro Person (Kinder ab 6 zahlen circa 19 Euro, Senioren und Studenten rund 25 Euro) bekommt man einen guten Eindruck, was die Titanic für die Reisenden bedeutete und wie das tragische Unglück abgelaufen ist – möglicherweise ein Anstoß, sich mehr mit der Geschichte dieses Schiffs und eventuell auch Migrationsbewegungen insgesamt zu beschäftigen – schließlich erhofften sich viele Reisende eine Fahrt in ein besseres Leben in Nordamerika.
Tipps für die immersive Ausstellung „Legende der Titanic“
Tipp 1: Suche dir zum Besuch der Ausstellung nicht das Wochenende oder andere Stoßzeiten aus, da es sonst eng werden könnte. Es werden zwar Zeitslots vergeben, aber es macht mehr Spaß, wenn ausreichend Platz und Ruhe zum Betrachten der Objekte ist.

Tipps 2: Der Besuch des „Metaverse“ dieser Ausstellung kostet pro Person vier Euro extra, ist aber durchaus empfehlenswert: Mit einer VR-Brille auf dem Kopf erkundet man eigenständig das Schiff.
