Skifahren in Österreich: 2G gilt (Foto: Karasten Winegart via unsplash)

Impfung oder Genesung sind in der diesjährigen Wintersaison die Voraussetzung für das Skifahren in Österreich.

Österreich steht in Sachen Covid-19 wieder schlecht da: Die Zahl der Infizierten steigt, ebenso die Auslastung der Intensivstationen. Der Grund nach Ansicht der Wissenschaftler: Die Impfquote ist viel zu niedrig. Rund 64 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft (Stand: 9. November), das ist im Vergleich zu anderen westeuropäischen Ländern wenig.

Die österreichische Regierung hat daher laut einem 5-Stufen-Plan, der sich an der Auslastung der Intensivbetten orientiert, nach und nach Maßnahmen eingeführt – so gilt seit Montag, 8. November, 2G in der Gastronomie, bei Veranstaltungen und Zusammenkünften mit mehr als 25 Personen. 2G bedeutet, dass man genesen oder geimpft sein muss – ein Test reicht also dann nicht mehr. Für den Arbeitsplatz gilt 3G, dort kann auch ein Test vorgelegt werden. Der nächste Schritt wären Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte, darum ist aber schon ein politischer Streit ausgebrochen. Die Bundesländer Oberösterreich und Salzburg, die verheerende Zahlen bei Infizierten und schwer Erkrankten aufweisen, wehren sich mit Händen und Füßen. Das dürft auch am politischen Druck von Rechtsaußen liegen; in Oberösterreich sitzt die FPÖ ja selbst im Landtag.

Was bedeutet das alles für das Skifahren in Österreich?

Die neue 2G-Regel (genesen oder geimpft, KEIN Test gültig) gilt nun auch für Skilifte und Gondeln. Für Hotels, Restaurants und Bars (Stichwort Après-Ski) gilt das ohnehin schon länger. In den Kabinen von Gondeln muss man außerdem eine FFP2-Maske tragen. Bis 7. Dezember gibt es noch eine Übergangsfrist, bis dahin gelten erste Impfung und PCR-Test – doch die Skisaison ist da noch gar nicht angelaufen.

In Österreich gelten daher deutlich strengere Regeln als in den anderen Skinationen – zumindest vorläufig. In Deutschland reicht 3G, allerdings denkt man in Bayern schon über 2G nach. Auch für Italien reicht 3G, in der Schweiz wird beim Benutzen der Skilifte gar kein Nachweis verlangt, allerdings für Skihütten und Lokale. Es bleibt abzuwarten, ob und wie das geändert wird. In Frankreich wird bereits über Verschärfungen nachgedacht. Ein weiteres Problem in Österreich: Es fehlen Arbeitskräfte für den Tourismus – und von den bestehenden kommen viele aus Ländern wie Ungarn, wo nur Impfstoffe wie Sputnik verwendet werden, die aber nicht anerkannt sind.

Zu spät reagiert, um die Skisaison zu retten

Österreich will jedenfalls mit allen Mitteln den heurigen Wintertourismus retten. 2G soll dabei helfen, doch werden Gäste aus dem Ausland dann überhaupt kommen? Und werden die Österreicher 2G fürs Skifahren akzeptieren? Der bisher kategorisch ausgeschlossene Lockdown für das ganze Land oder zumindest für bestimmte Regionen scheint angesichts des steigenden Drucks aus der Tourismusbranche nun doch möglich, eventuell kommt dieser für Ende November / Anfang Dezember, um die Skisaison zu retten. Es zeigt sich jedenfalls, dass die typisch österreichische Mischung aus einer Scheu vor unpopulären Maßnahmen und der teils paradoxen Entscheidungshoheit der Bundesländer erst zur jetzigen Misere geführt hat.

Foto: Karsten Winegeart via Unsplash

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