Florida Keys

Die Region im Süden Floridas präsentiert sich als Naturparadies und weitet nun die umweltfreundlichen Angebote aus.

Klimaschutz hat für US-Präsident Donald Trump nicht gerade Priorität – was nicht bedeutet, dass der Klimawandel und generell der Umweltschutz in den USA keine Rolle spielen. Auch für den Tourismus werden grüne Themen immer wichtiger, zumal viele Reisende verstärkt darauf achten. In den Florida Keys – die lange Inselkette vor der Südspitze des Bundesstaats im Südosten der USA – soll der Schutz der Natur nun stärker betont werden. Dazu wurde eine „Connect & Protect“-Kampagne gestartet, mit der unter anderem Eco-Touren beworben und die Besucher generell zu mehr Aufmerksamkeit gegenüber Umweltthemen animiert werden sollen.

Im Prinzip ist das nicht schwer: Die Keys sind ja ein wahres Naturparadies, alleine der Korallenriffs und der üppigen Mangrovenwälder wegen. Doch ein verantwortungsvoller Umgang mit der Natur ist gar nicht so selbstverständlich: Oft geht es mit Auto und Motorboot zu den schönsten Flecken und nicht immer wird der nötige Abstand zu den Tieren gehalten. Selbst scheinbar unverdächtige Angewohnheiten wie die Verwendung einer Sonnencreme kann Folgen haben – denn das in den meisten Produkten enthaltene Oxybenzon greift das empfindliche Ökosystem der Riffs an. Daher sollte man darauf achten, nur Sonnenschutzmittel ohne diesen Zusatzstoff zu verwenden oder sich mit langer Kleidung schützen (was speziell im Wasser ohnehin sinnvoll ist).

Florida Keys
Fischen in den Florida Keys (Foto: Bob Krist/Florida Keys News Bureau)

Eco-Touren in den Florida Keys

Ausgebaut werden nun jedenfalls die Angebote an Öko-Touren – zum Beispiel „Honest Eco Sustainable Tours“ in Key West: Mit einem Solar-betriebenen Boot geht es unter anderem zum Schnorcheln und zum Beobachten von Delphinen. Die 4-Stunden-Tour kostet rund 110 Dollar pro Person; Abfahrt ist im „Historic Seaport“. Der Natur auf der Spur ist man auch im Crane Point Museum & Nature Trail in Marathon, dort gibt es seit kurzem neue Sonnenuntergangstouren mit dem Kajak oder mit dem Paddleboard. Interessant auch für jüngere Besucher ist das Schildkröten-Spital in Marathon, ziemlich in der Mitte der Keys gelegen.

Jene Anbieter von Touren, für die Rücksicht auf die Umwelt mehr als ein Schlagwort ist, werden mit dem „Blue Star“-Siegel gekennzeichnet – derzeit sind es rund 30 Unternehmen, die unter anderem Angelausflüge oder Tauchtouren anbieten. Apropos Taucher: Es wurden in den Florida Keys auch einige künstliche Korallenriffs geschaffen, zum Beispiel wurde 2009 das ehemalige Kriegsschiff Vandenberg vor Key West versenkt – heute, 10 Jahre später, bietet es Schutz für eine Vielzahl von Arten.

Florida Keys
Künstliches Riff Vandenberg in den Florida Keys (Foto: Don Kincaid / Florida Keys News Bureau)

Die Coral Restoration Foundation kümmert sich übrigens um den Schutz der Riffs und hat auch interessante Bildungsangebote sowie Veranstaltungen zu bieten. So werden im Rahmen von „Coralpalooza“ von Tauchern Korallen angesiedelt.

Ein weiterer Tipp: Bei geführten Touren durch den Bahia Honda State Park werden Fauna und Flora beschrieben – Teile des Parks sind nach den Verwüstungen durch Hurrikan Irma aber noch immer gesperrt (etwa Sandspur Beach), sollen aber 2020 wieder zugänglich sein.

Eco-Unterkünfte in den Keys

Wer von seiner Unterkunft mehr Umweltbewusstsein erwartet als nur den obligatorischen Hinweis auf die Mehrfachverwendung der Handtücher, findet in den Keys einige Möglichkeiten: So wurde das Islander Resort auf Islamorada (Teil der Greenhotels-Gruppe) nun wiedereröffnet. Hier gibt es kleine Cottages mit energiesparenden Klimaanlagen; Solaranlagen versorgen das Resort mit Energie und in den Restaurants wird auf Plastikverpackungen verzichtet. Ein weiteres Beispiel ist der neue Grassy Flats Resort & Beach Club (Middle Keys) mit 15 Zimmern (jeweils mit Veranda und Küche); bis nächsten Sommer wird die Zahl der Zimmer auf 33 steigen. Hier werden keine Einwegplastikverpackungen verwendet, Regenwasser wird in einer Zisterne aufgefangen, eine Solaranlage deckt den Energiebedarf. Und am Strand gibt es einen eigenen Bereich, in dem Schildkröten in aller Ruhe ihre Eier ablegen können. Generell gilt: Selbst bei Auswahl von „Öko-Hotels“ (etwa über die dafür vorgesehen Rubrik auf Tripadvisor) sollten Reisende besser doppelt hinschauen. Nicht alle Hotels, die sich ein grünes Mäntelchen umhängen, stellt wirklich den Umweltschutz in den Vordergrund – aber das gilt ja nicht nur für die Keys.

Florida Keys
Paddler in der Nähe von Key Largo (Foto: Bob Krist / Florida Keys News Bureau)

Weitere Infos zu den Florida Keys

Die Florida Keys, die oft als „schönste Sackgasse der Welt“ bezeichnet werden, bestehen aus fünf Regionen: Key Largo, Islamorada, Marathon, Big Pine Key und Key West. Das Wort Key stammt vom spanischen Begriff „cayo“ für Insel. Die Keys locken unter anderem Taucher und Schnorchler an – schließlich findet sich hier das drittgrößte tropische Korallenriff der Welt.

Deutschsprachige Informationen über die Keys finden Reisende auf dieser Website, die von der Kölner Agentur „Get it across“ betrieben wird. Dort kann auch kostenloses Material für den Besuch der Keys heruntergeladen werden.

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