Blick aufs Meer bei Medulin (F: Reisekompass)

Reisebericht vom südlichen Zipfel der kroatischen Halbinsel – mit Tipps zu Strand, Essen und Shopping für den Urlaub in Istrien.

Eine milde Brise streicht über den Strand, wir schließen die Augen und atmen den Duft des Meeres ein, hören die Wellen gegen die Felsen schlagen. Das Meer! Für uns Österreicher hat die Aussicht auf einige Tage am Meer ja stets etwas Berauschendes. Wir können zum Glück in wenigen Stunden dort sein (was wir leider viel zu selten ausnutzen), beispielsweise und bevorzugt in Istrien. Die Halbinsel zwischen Triest und der Kvarner Bucht hat sich ganz auf den Tourismus eingestellt; Orte wie Rovinj, Porec oder Novigrad locken speziell im Hochsommer Reisende aus Mittel- und Nordeuropa an.

Strand bei Medulin (F: Reisekompass)
Strand bei Medulin (F: Reisekompass)

Wir haben uns diesen Sommer für den Ort Medulin unweit der Stadt Pula entschieden. Der Grund: Es gibt dort noch Strände ohne Massenauflauf, Pula ist eine untouristische, entspannte Stadt und seit kurzem können schöne Ferienhäuser zu guten Preisen gemietet werden. Wir haben uns für ein Angebot der Agentur Wiibuk entschieden: Villa Sandra, am Ortsrand gelegen.

 

 

Das neu errichtete Haus am Ortsrand von Medulin hat vier Schlafzimmer, einen Pool und einen Garten. Es ist modern eingerichtet, etwas spartanisch, aber praktisch – und es gibt Klimaanlagen in jedem Zimmer.

Pool der Villa Sandra in Medulin (F: Reisekompass)
Pool der Villa Sandra in Medulin (F: Reisekompass)
Villa Sandra in Medulin (F: Reisekompass)
Villa Sandra in Medulin (F: Reisekompass)

Medulin war als Ausgangsbasis für Stranderholung und Ausflüge (oder genauer gesagt: Strand, Erholung, Strand, Ausflüge, Strand, Erholung) ideal: Im Ort selbst gibt es Restaurants und Geschäft rund um den belebten Hafen; die Stadt Pula ist nur rund eine Viertelstunde entfernt. Der wichtigste Grund aber: Es gibt in unmittelbarer Nähe einsame Strandabschnitte, wo wir (Menschen, Hund) in Ruhe lesen, schnorcheln und einfach nur schauen konnten. Diese Kiesstrände sind zwar nur über Sand- und Schotterstraßen zu erreichen, dafür ist selbst im Juli noch nichts vom Massenauflauf wie sonstwo zu merken.

Straße zu den einsamen Stränden bei Medulin (F: Reisekompass)
Straße zu den einsamen Stränden bei Medulin (F: Reisekompass)
Über Stock und Stein... (F: Reisekompass)
Über Stock und Stein… (F: Reisekompass)

 

Beliebt ist auch der Nationalpark Kamenjak, eine Halbinsel und der südlichste Zipfel von Istrien – die Zufahrt mit dem Auto kostet allerdings etwas und ein echter Geheimtipp ist das nicht. Wer allerdings recht weit südlich fährt (ebenfalls über staubige Schotterstraßen), kann ebenfalls einsame Buchten entdecken. Das Foto ganz oben wurde in Kamenjak aufgenommen – es ist dort oft recht windig.

Unser Tipp: Über den Nachbarort Ližnjan gelangt man zur einer kleinen Halbinsel; der Strand bei der kleinen„Adria Beach Bar“ bietet etwas Infrastruktur, ist aber ab nachmittags sehr gut besucht. Von dort weiter die Halbinsel nach vor, einen der Wege nach links oder rechts abzweigen – aber das ist nichts für Leute, die Angst vor Staub im und am Auto haben. Auch die Strände in der Nähe von Šišan sind empfehlenswert; rund um die dortige „Beach Bar“ (eine von gefühlt hunderttausend in der Gegend) gibt es auch kleine, schattige Buchten.

Fisch für den Griller - frisch vom kleinen Fischmarkt in Medulin (F: Reisekompass)
Fisch für den Griller – frisch vom kleinen Fischmarkt in Medulin (F: Reisekompass)

Der typische Tagesablauf (spät aufstehen, Strand, kleiner Imbiss, am Pool relaxen, abends essen gehen) lässt die Tage sprichwörtlich wie im Flug vergehen. Es ist ein ständiges „Wir könnten.“ statt dem üblichen „Wir müssen….“. Wir könnten die Gegend erkunden, bleiben aber lieber am Strand, bis die Sonne untergeht. Wir könnten abends grillen, werden aber lieber noch ein wenig in Pula spazieren gehen. Und so weiter und so fort – bis der Urlaub rascher zu Ende geht als gedacht.

Es bleibt die beruhigende Gewissheit: Istrien ist doch so nah…

 

Und nun die Tipps für einen Urlaub in und um Medulin:

Restaurants:  An Lokalen mangelt es in Medulin nicht, rund um den Hafen wird um die vorwiegend deutschsprachige Kundschaft charmant, aber bisweilen etwas nervig gebuhlt: „Schau! Gutes Essen!“ Die Preise sind in Ordnung, das Essen ebenfalls. Das beste Lokal ist aber das „Salt & Pepper“, das sich aus der Masse mit Stil und Kreativität abhebt. Reservierung empfehlenswert, abends meist rasch ausgebucht – zumindest bis 21 Uhr.

Shopping: Für Selbstversorger ist die Suche nach guten Supermärkte nicht schwierig: In Pula gibt es einige größere, wir empfehlen den großen Kaufland-Markt. Auch in Medulin gibt es Supermärkte (Lidl und Plodine), einen Fleischhauer, kleinere Märkte, Bäcker und seit kurzem einen kleinen Fischmarkt (gleich nach dem Ortsende in Richtung Pula rechts) – dort kann man sich mit frischem Fisch eindecken und nachmittags den Griller anwerfen. In Pula gibt es viele Shops mit unnötigem Zeugs der Marke Touristenramsch, aber auch einige wenige originelle Geschäfte. Der große Kaufrausch wird sich nicht einstellen – was aber ohnehin nur gut fürs Reisebudget ist.

Anreise: Die südliche Spitze Istriens ist von Ostösterreich in gut sechs Stunden erreichbar, von Kärnten oder der Steiermark geht es noch rascher. Nadelöhr sind allerdings die Grenzen zwischen Slowenien und Kroatien, derzeit die Schengen-Außengrenze. Im Juli und August kann es schon mal zwei Stunden oder mehr dauern, bis man diese passiert hat. Unser Tipp: Falls irgendwie möglich nicht am Wochenende, sondern unter der Woche an- und abreisen – was wegen der Fixierung der meisten Vermieter auf den Zeitraum Samstag bis Samstag schwierig sein kann. Wenn das nicht möglich ist: Früh losfahren, um den üblichen Stau ab dem späten Vormittag zu vermeiden.

Extra Tipp: Bei Portoroz nicht den großen Grenzübergang nutzen, sondern den kleineren in der Nähe der Salzseen (in Richtung Meer gelegen).

Ausflugtipps:

  • Rovinj: Bekanntes Fotomotiv, daher ausgesprochen beliebt für Tagesausflüge. Wunderschöne Altstadt, nette Restaurants.
  • Rijeka: Kein Touristenziel, dafür zu laut und hektisch; auch die typischen Wohnblöcke wirken abschreckend. Aber für das Shopping oder einen Bummel durch die Altstadt abseits der Touristenströme ein gutes Ziel. Von der Südspitze Istriens aber nicht allzu rasch zu erreichen.
  • Nationalpark Brijuni: Die Inseln dieses kleinen Nationalparks sind mit dem Boot etwa von Pula aus zu erreichen. Tauchen ist nur an bestimmten Stellen erlaubt, einige Inseln dürfen überhaupt nicht betreten werden und mit privaten Mietbooten darf dort nicht geankert werden.

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