Langstreckenflüge: Wird es nun billiger? (F: Bigstock / YakobchukOlena)

Mehr Konkurrenz lässt Flugpreise für Fernreisen sinken – vorausgesetzt, Reisende sind flexibel und anspruchslos.

Gute Nachricht für Urlauber, die gerne nach Fernost, Nordamerika oder Südamerika reisen: Die Preise für Fernstreckenflüge aus Europa sollen kommendes Jahr sinken. Das meinen zumindest Experten aus der Luftfahrtindustrie. Der Hauptgrund dafür: Billigflieger machen auf der Langstrecke den etablierten Airlines Konkurrenz.

Im heurigen Jahr sind die Preise für die Langstrecke von europäischen Flughäfen deutlich gesunken – das geht aus einer Untersuchung des spanischen Reiseunternehmens eDreams Odigeo hervor, das Plattformen wie Opedo zu seinen Marken zählt. Demnach beträgt der durchschnittliche Preis für einen Fernflug aus Europa heuer nur noch 569 Euro, im Vorjahr waren es 610 Euro gewesen. Das ist auch der Grund, weshalb um fast ein Drittel mehr Fernstreckenflüge von europäischen Flughäfen zu verzeichnen sind. Davon konnten asiatische Destinationen wie Neu-Delhi (fast doppelt so viele Flugankünfte aus Europa wie 2016) oder Singapur profitieren.

Straßenszene in Neu-Delhi (F: Bigstock / train_arrival)
Straßenszene in Neu-Delhi (F: Bigstock / train_arrival)

Heuer dürfte sich der Trend sogar noch verstärken, heißt es in der Analyse von eDreams Odigeo – speziell für Singapur, aber auch für US-Metropolen wie Los Angeles und San Francisco, wird für eine weitere Zunahme von Reisenden aus Europa gerechnet. Das liegt vor allem an den weiter steigenden Konkurrenz für British, Lufthansa & Co. durch Low-Cost-Airlines wie etwa die islandische Fluglinie Wow Air, die unter anderem in die USA fliegt – von dieser werden auch Flüge von Salzburg angeboten.

Food Court in Singapur (F: bigstock / joyfull)
Food Court in Singapur (F: bigstock / joyfull)

Ein Preisbeispiel: Für einen Flug von Berlin nach Washington Mitte Jänner mit Wow Air hat unsere Berechnung einen Preis von 420 Euro ergeben. Der Teufel steckt aber im Detail: Nicht einmal das Handgepäck ist darin inkludiert. Daher heißt es beim Vergleichen von Flugpreisen – vor allem wenn dies über Vergleichsportale geschieht – ganz genau darauf zu achten, was überhaupt inkludiert ist und was extra kostet. Außerdem ist Flexibilität bei den Flugterminen wichtig, die kleineren Airlines verfügen nicht über ein dermaßen dichtes Programm wie die Großen, da sind günstige Flüge an interessanten Terminen rasch vergeben.

Weitere Billigkonkurrenz kommt unter anderem in Form der in Spanien beheimateten Airline Level oder der Norwegian auf europäische Flugreisende zu. Der Haken an der Sache: Während für deutsche Urlauber die Auswahl an Abflughäfen groß ist, sind österreichische Reisende weniger gut dran. Durch die Dominanz einiger weniger Airlines bzw. Flugallianzen tut sich bei den Preisen hier weniger. Es bleibt abzuwarten, was sich durch steigendes Engagement von Fluglinien wie easyjet, die ja seit kurzem in Wien einen Teil ihrer Europa-Geschäfte konzentriert, tun wird.

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