Coronavirus Fliegen Flugzeug

Die Zahl der Flugreisen steigt wieder, doch viele Reisende fragen sich: Ist die Gefahr einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Flugzeug nicht besonders hoch? Wir haben die passenden Antworten.

Die österreichische Fluglinie AUA wird – abgesehen von ihren derzeitigen finanziellen Problemen – vorerst bis Ende Mai wegen der Corona-Krise nicht fliegen. Andere Airlines wie die Lufthansa sind bereits unterwegs, dabei werden Sicherheitsvorkehrungen wie Masken angeordnet. Nach und nach soll das Fliegen wieder zur Normalität werden.

Doch wie sicher ist das Fliegen überhaupt? Besteht im Flugzeug erhöhte Ansteckungsgefahr? Schließlich sitzen dort auf engem Raum viele Menschen eng beieinander – sogar, wenn beispielsweise der Mittelsitz freigehalten wird.

Können Viren im Flugzeug überleben?

Prinzipiell ist die Luft im Inneren eines Flugzeugs sehr gut gesäubert, denn die Filteranlagen sind fein und können prinzipiell auch Viren wie eben den Coronavirus herausfiltern. Das sagen zumindest die Hersteller. Sie weisen auch darauf hin, dass die Luft in einem Flugzeug ständig durch saubere, gefilterte Luft ersetzt wird. Ein Vorteil: Die Passagiere sitzen ja nicht gegenüber, sondern hintereinander bzw. nebeneinander. Allerdings ist ein Abstand von mehr als 1 Meter beim Einsteigen, Aussteigen, Suche nach dem Gepäck und anderen Gewohnheiten sehr schwierig einzuhalten. Noch fehlen aber Studien, ob und wie sich der gefährliche Virus im Flugzeug ausbreiten könnten. Das meiste ist bisher also reine Spekulation.

Trennwände, Masken, freie Sitzplätze – was wird kommen?

Die Lufthansa verlangt ja derzeit, dass Passagiere Masken tragen. Dafür werden nun wieder alle Sitzplätze belegt, also bleibt kein Mittelsitz frei. Auch andere Airlines und der Luftfahrtverband IATA sind gegen leere Sitze. Der Hauptgrund dafür sind wirtschaftliche Überlegungen, denn die Airlines brauchen nun dringend Geld. Ob das klug ist, wird sich erst weisen. Also müssen wir doch Masken tragen? Auch das wird schwierig, schließlich kann man nicht verlangen, dass jemand auf einem Langstreckenflug ständig die Maske aufgesetzt hat. Trennwände wiederum sind nicht möglich, weil damit eine Evakuierung bei einem Notfall schwierig wäre.

Update: Laut Lufthansa und anderen Airlines sollen alle Sitze vergeben werden, dafür werden Masken an Bord verpflichtend. Teils ist auch geplant, dass die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter die Passagiere nur nach „Anmeldung“ auf die Toilette lassen – so sollen Schlangen vor den WCs vermieden werden.

Coronavirus: Werden Passagiere kontrolliert?

Derzeit gibt es bei den meisten der derzeit durchgeführten Flügen keine extra Sicherheitsvorkehrungen wie Fiebermessung vor dem Einsteigen. Das könnte aber in naher Zukunft kommen. Das Hauptproblem: Solche Vorkehrungen könnten zu deutlich längeren Check-Ins führen, was wiederum die Gefahr der Ansteckung erhöht. Und wer will schon 4 Stunden warten, bis er ins Flugzeug kann? Airlines mit ausreichend Geld wie Emirates oder Etihad wollen sogar Bluttests oder Check-In-Screening vorschreiben.

Wie sieht es am Flughafen aus?

Eine erste Anleitung, wie man die Ausbreitung des Virus eindämmen soll, kommt vom deutschen Verkehrsministerium. Wie deutsche Medien berichten, soll es Sicherheitsabstände beim Check-In, mehr Hygienemaßnahmen (etwa Desinfektionsmittel) und mehr Schalter geben, um das Ansteckungsrisiko zu senken. Außerdem sollen Reisende noch stärker als bisher Online-Services nutzen. Auf gut deutsch: Die Verantwortung wird mal wieder den Reisenden umgehängt.

Was tun die Airlines, um Reisenden die Ängste zu nehmen?

Ehrlich gesagt: Bisher recht wenig. Das liegt auch daran, dass es noch wenig Klarheit über die detaillierten Bestimmungen gibt. Und die einzelnen Staaten werden wenig Interesse haben, die derzeit schwer angeschlagene Branche mit strengen Regeln zu beeinträchtigen. Bisher erschöpfen sich die Bemühungen eher in Marketingmaßnahmen. So hat Hersteller Airbus ein Projekt namens „Keep Trust in Air Travel“ gestartet, um das Vertrauen zu erhöhen und darauf hinzuweisen, dass ohnehin genug getan werde.

Was soll ich also tun?

Wie bei allen Corona-Themen kommt es letztlich vor allem auf die Eigenverantwortlichkeit an: Abstand halten, Maske tragen, Hände waschen, weitere Hygienemaßnahmen – und eventuell nach anderen Reisemöglichkeiten suchen, wenn man sich nicht sicher fühlt oder das Fliegen zu umständlich ist. Zum Beispiel mit dem Auto oder dem Zug reisen. Das ist natürlich keine Alternative, wenn man Fernreisen plant. Aber die Situation wird sicher besser, sobald es eine Impfung gegen den Virus gibt.

Coronavirus: Wird Fliegen teurer?

Die finanzielle Notlage vieler Airlines im Zuge der Coronakrise wird das Fliegen nicht günstiger machen, sondern eher teurer. Denn je weniger Anbieter es gibt, desto weniger Auswahl haben wir und desto teurer werden die Flugtickets. Außerdem werden Zusatzkosten – etwa durch Hygieneverordnungen – sicher auf die Passagiere überwälzt. Zumindest mittelfristig könnte das Fliegen also teurer werden.

Bild: Suhyeon Choi via unsplash.com

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